Die Projekte

2018

Workshop verfemte Musik im Zeigner-Haus in Leipzig

Am 17.09.2018 fanden 2 Workshops mit Schülerinnen und Schülern aus Leipzig im Erich Zeigner Haus zum Thema verfemte Musik statt. Das Duo WalterBosch mit den Musikerinnen Cornelia Walther und Vanessa Bosch vermittelte anhand von im Dritten Reich verbotenen Musikstücken den Alltag verfemter Komponisten und Musiker und damit zugleich die Lebenssituation von Verfolgten im Nazisystem, von denen viele in Konzentrationslager kamen und umgebracht worden.

 

An beiden je zweistündigen Workshops nahmen insgesamt rund 50 Schülerinnen und Schüler und deren Lehrer von 8. und 9. Schulklassen aus 4 Leipziger Schulen teil. Wegen der großen Resonanz sollen die Workshops 2019 fortgesetzt werden. Sie werden von der Holger Koppe-Stiftung gefördert und finden in Zusammenhang mit dem Fritz-Bauer-Institut und dem Erich Zeigner Haus e. V.  statt.

Jugendmusikpreis 2018: Ungewöhnliche Kombinationen

Drei Ensembles in zum Teil ungewöhnlichen Kombinationen sind die Preisträger des 3. Mitteldeutschen Jugendmusikpreises, der am 22.09.2018 im Händel-Haus in Halle von der Holger Koppe-Stiftung verliehen wurde.  

 

Die Preisträger wurden von  den 3 Landesmusikräten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vorgeschlagen, mit denen die Stiftung bei der Preisverleihung zusammenarbeitet. Aus Magdeburg und Halle kommen die beiden Preisträger am Percussion, Jacob Lehmer und Max-Ferdinand Zeh. Beide sind Schüler am Musikzweig der Latina August Hermann Francke und Schüler der Schlagzeugklasse Hagen Hauser.

 

Vom Landesmusikrat Thüringen wurden die Geschwister Franziska Stemmer (Klavier) und Michael Oliver Stemmer (Saxophon) vorgeschlagen. Sie besuchen das Musikgymnasium Schloß Belvedere der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

 

 

Aus Sachsen kommen die 3 Hornisten Noam Benjamin Baltrusch, Constantin Pätz und Daniel Schimmer und alle 3 lernen am Heinrich-Schütz-Konservatorium in Dresden. Alle Ensembles haben schon mehrfach erfolgreich am Bundeswettbewerb Jugend musiziert teilgenommen und alle Musiker spielen noch mehr Instrumente. Der Stifter Dr. Holger Koppe wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung gemeinsamen Musizierens für den Zusammenhalt der Gesellschaft und für Toleranz hin. Weitere Ansprachen hielten der Präsident des Landesmusikrats Sachsen-Anhalt, Gerhard Miesterfeld, und für das Kultusministerium Claus Peter Boßmann.   

 

Foto: Dr. Holger Koppe, Max-Ferdinand Zeh, Jacob Lehmer, Franziska Stemmer, Michael Oliver Stemmer, Constantin Pätz, Noam Benjamin Baltrusch und Daniel Schimmer.

Erinnerung am Mahnmal der vergessenen Kinder

Am 14.09.18 wurde am Mahnmal der vergessenen Kinder in Frankfurt des Tages gedacht, an dem 1942 das jüdische Waisenhaus geräumt und die Kinder und ihre Betreuer in das KZ Theresienstadt gebracht wurden. Von dort wurden sie in das KZ Auschwitz transportiert und nahezu alle Kinder wurden dort ermordet. Schwerpunkt der musikalisch von Schülern der Carl Schurz Schule musikalisch umrahmten Veranstaltung war diesmal das Gedenken an die ermordeten Betreuer der Kinder. Eine ausführliche Dokumentation haben wir Ihnen als PDF zum Download bereitgestellt

 

Foto: Am Mikrofon Volker Mahnkopp, links daneben Natascha Schröder-Cordes, rechts Bärbel Lutz-Saal, Initiatoren des Mahnmals und der Gedenkveranstaltungen.

Gedenken am 50. Todestag von Fritz Bauer mit dem Bundespräsidenten

Aus Anlass des 50. Todestages des früheren hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, u. a. Initiator des Auschwitz-Prozesses, fand am 01.07.2018 eine Festveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier statt. Der Bundespräsident würdigte Fritz Bauer als eine der Schlüsselfiguren auf dem Rückweg Deutschlands in die Gemeinschaft der Völker, der deshalb zu seiner Zeit aber vielfach angefeindet wurde. U. a. führten seine Ermittlungen zur Feststellung des Aufenthaltsorts von Adolf Eichmann, einem der Organisatoren der Judenvernichtung, der nach dem Krieg in Buenos Aires untertauchte und dem 1961 in Jerusalem der Prozess gemacht wurde. Erst viele Jahre nach seinem frühen Tod wurde seine Lebensleistung erkannt und anerkannt. 

Die von der Holger Koppe-Stiftung geförderte Veranstaltung wurde vom Fritz Bauer Institut zur Geschichte und Wirkung des Holocaust durchgeführt.


Foto: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnert in der Paulskirche an Fritz Bauer. 


Foto: Der Stifter Dr. Holger Koppe (rechts) im Gespräch mit dem Bundespräsidenten.

Requiem für Auschwitz

Im Rahmen der „Kulturwochen gegen Antiziganismus“ und aus Anlass des Jahrestags der Deportation der Wiesbadener Sinti nach Auschwitz fand am 19.06.2018 im dortigen Staatstheater in Anwesenheit von Ministerpräsident Volker Bouffier ein „Requiem für Auschwitz“ mit einem Konzert der europäischen Roma und Sinti Philharmoniker statt. Das Requiem wurde von Roger Moreno-Rathgeb komponiert, künstlerischer Leiter des Orchesters ist der Dirigent Riccardo M. Sahiti. Veranstalter war der Philharmonische Verein der Sinti und Roma, Frankfurt am Main, e. V. Das Konzert wurde von der Holger Koppe-Stiftung gefördert.

 

Foto: Ministerpräsident Volker Bouffier und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland. Sitzend rechts: Emil Mangelsdorff, Mitinitiator und Jazzmusiker.

Konzert mit Werken ermordeter Komponisten aus Theresienstadt

Am 14.05.2018 fand ein Konzert des Ensemble Modern im Museum Judengasse mit Werken von Komponisten aus Theresienstadt statt. Veranstalter war die Gesellschaft der Freunde und Förderer des jüdischen Museums Frankfurt. Zur Aufführung gelangten Stücke von Hans Krasa, Gideon Klein und Pavel Haas. Alle drei waren bis 1944 als Musiker und Künstler tätig und gehörten nach der Besetzung Tschechiens durch die Deutschen als jüdische Häftlinge dem Lagerorchester Theresienstadt an. Sie wurden am 16.10.1944 mit der Auflösung des Lagerorchesters gemeinsam nach Auschwitz deportiert und ermordet. In seiner Einführung wies der frühere Präsident der Musikhochschule Frankfurt, Thomas Rietschel, darauf hin, daß es sich bei allen dreien um hochbegabte Künstlerpersönlichkeiten handelte, deren Lebenswerk durch die Nationalsozialisten jäh unterbrochen wurde und an die das Konzert erinnern sollte. Es wurde von der Holger Koppe-Stiftung gefördert.

 

Foto: Andreas von Schoeler, ehem. Frankfurter Oberbürgermeister und Vorsitzender des Vereins der Freunde des Jüdischen Museums, rechts Thomas Rietschel, ehem. Präsident der Musikhochschule, der die Einführung zum Konzert sprach. Im Hintergrund oben: Trude Simonsohn, Auschwitz-Überlebende und Frankfurter Ehrenbürgerin.

Der Fall Olga Benario

Am 25.04.2018 fand im Gallus-Theater in Frankfurt die Szenische Lesung zu Olga Benario, einer deutschen Komintern-Agentin jüdischer Herkunft statt, die 1936 zusammen mit dem brasilianischen Kommunisten und Partner Carlos Prestos wegen eines Putschversuchs in Brasilien verhaftet und hochschwanger nach Deutschland ausgeliefert wurde. Ihre Tochter Anita kam im Frauengefängnis in Berlin zur Welt und wurde der Mutter nach 14 Monaten weggenommen. Über das Konzentrationslager Ravensbrück wurde sie 1942 in die Tötungsanstalt Bernburg gebracht und ermordet. Die Schauspieler Ute Kaiser, Gabriela Börschmann und Martin Molitor lasen aus dem Briefwechsel der beiden Häftlinge sowie aus der 2015 veröffentlichten Gestapo-Akte Olga Benarios. Carlos Prestos war bis 1980 Vorsitzender der KP Brasiliens, aus der er 1982 austrat. Veranstalter der von der Holger Koppe-Stiftung geförderten Lesung war die Regionalgruppe Rhein-Main von Gegen Vergessen - für Demokratie.    Foto: Szenische Lesung im Gallustheater

2017

SCHWARZLICHT – 100 Jahre Synagoge in Offenbach

Mit dem Projekt SCHWARZLICHT wird an 100 Jahre Synagoge in Offenbach erinnert. Es handelt sich um ein Kunstwerk von Ulrich Wagner im Format 4 × 3,50 m. Die ehem. Synagoge wird heute unter dem Namen Capitol für kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen in Offenbach genutzt. Die Bildtafel stellt den Grundriss der Synagoge in den Mittelpunkt ihrer Darstellung. Eingefasst in ein Gefüge aus linearen Feldern setzt das Werk ein Zeichen des Zusammenhalts. Der von Bürgern Offenbachs gegründete Arbeitskreis SchwarzLicht hatte die Initiative zum Erwerb des Kunstwerks ergriffen und seine Anbringung zum dauerhaften Verbleib im Foyer des Offenbacher Rathauses ermöglicht. Diese fand am 11.06.2018 durch OB Dr. Felix Schwenke statt.  Die Holger Koppe-Stiftung hat den Erwerb im Jahr 2017 mit einem Zuschuss gefördert.

2. Mitteldeutscher Jugendmusikpreis am 17. September 2017 in Weimar verliehen

Drei Kammermusikensembles aus den Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt erhielten am 17. September 2017 in der Notenbank Weimar den 2. Jugendmusikpreis der Holger Koppe-Stiftung. Der mit 5.000€ dotierte Preis wurde persönlich übergeben und ging, auf Vorschlag der jeweiligen Landesmusikräte, an 3 Kammermusikensembles aus den 3 Bundesländern für besondere Leistungen beim Wettbewerb "Jugend musiziert".

 

Auf dem Bild v.l.: Dr. Holger Koppe, Stifter.

Streicher-Trio: Pauline Herold, Charlotte Herold, Friederike Herold

Akkordeon-Duo: Frauke Maxi Seifert, Katharina Hildmann

Klarinettten-Quartett: Helene Grubmüller, Johanna Kalms, Conrad Hähnlein, Lilly Bindel            (Foto: Anke Neugebauer)

1. Klarinettenquartett der Kreismusikschule „Louis Spohr” Gotha

 

Conrad Hähnlein (14 Jahre), Johanna Kalms (15 Jahre), Helene Grubmüller (15 Jahre), Lilly Bindel (14 Jahre)

 

Schon 2011 lernten sich Conrad Hähnlein, Johanna Kalms und Lilly Bindel kennen und gründeten nach wenigen Wochen Unterricht ein Klarinetten-Trio. Zum Ende des Jahres 2014 wurde Helene in das Ensemble aufgenommen, das nun zu einem Quartett mit der Besetzung 3 B- sowie einer Bassklarinette erweitert wurde. Es folgten Auszeichnungen 2016 beim bundesweiten Bremer Klarinettenwettbewerb für Ensembles sowie eine Einladung zum Konzertieren auf dem Klarinettensymposium der Deutschen Klarinettengesellschaft. Nach 1. Preisen beim Regional- und Landeswettbewerb Thüringen sowie einem Sonderpreis für das beste Holzbläserensemble gelang es dem Quartett sich beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert” im Juni 2017 einen 1. Preis mit der Höchstpunktzahl 25 zu erspielen. Der Jugendmusikpreis wurde auf Vorschlag des Landesmusikrats Thüringen verliehen.

2. Akkordeon-Duo des Konservatoriums „Georg Friedrich Händel“ Halle (Saale)

 

Frauke Maxi Seifert (12 Jahre), Katharina Hildmann (13 Jahre)

 

Gegründet wurde das Akkordeon-Duo im Herbst 2016 am Konservatorium „Georg Friedrich Händel“ in Halle (Saale) unter der Leitung von Uta und Lutz Stark. Mit großem Engagement durch ihre Lehrer gefördert, gelang es den beiden jungen Musikerinnen sehr schnell, ihr Zusammenspiel, ihren musikalischen Ausdruck und ihre Bühnenpräsenz stetig zu verbessern. Nach den erfolgreichen Qualifikationen im Regional- und Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ war das überragende Ergebnis ein Erster Preis beim diesjährigen Bundeswettbewerb. Der Vorschlag für den Jugendmusikpreis kam vom Lanedesmusikrat Sachsen-Anhalt.

3. Streichertrio des Landesgymnasiums für Musik „Carl Maria von Weber" in Dresden

 

Pauline Herold (18 Jahre) – Violine, Friederike Herold (12 Jahre) - Violoncello, Charlotte Herold (16 Jahre) - Violine


Schon 2007 feierten sie als Violinduo ihre ersten Erfolge mit der Teilnahme bei „Jugend musiziert”. Danach begann die Zusammenarbeit als Trio. Alle drei besuchen das Landesgymnasium für Musik „Carl Maria von Weber” in Dresden und sind mehrmalige Preisträgerinnen für ihre solistischen Leistungen. 2017 erhielten die Musikerinnen 1. Preise beim Regional-und Landeswettbewerb „Jugend musiziert” und überzeugten mit ihrer herausragenden Leistung die Jury beim Bundeswettbewerb 2017 und den Sächsischen Musikrat, der sie zum Mitteldeutschen Jugendmusikpreis vorschlug..

 

„Gemeinsames Musizieren trägt nach meiner Überzeugung zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei, zu Toleranz und Vielfältigkeit.“ Mit diesen Worten begründete Dr. Holger Koppe in seiner Rede anlässlich der Verleihung in Weimar das Engagement seiner Stiftung für die musikalische Jugend. Auch Weimars Stadtkulturdirektorin, Frau Julia Miehe, bekräftigte in Ihrem Grußwort „Warum wir junge Musizierende fördern müssen“ die Unterstützung von jungen Musikern und Musikerinnen. Der Präsident des Landesmusikrates Thüringen, Prof. Dr. Eckart Lange bedankte sich für das Engagement der Holger Koppe-Stiftung und für die Gelegenheit, das diesjährige Preisträgerkonzert in Thüringen veranstalten zu können.

„rot oder tot“ – Geschichte eines Neuanfangs

„Rot oder tot“ ist eine von der Holger Koppe-Stiftung geförderte Performance mit Zuschauerbeteiligung zu politischer Partizipation und der (Re-)konstruktion von Geschichtsverlauf und Erinnerung. Dabei wird die Entwicklung von Kulturpolitik im Spiegel von Künstlerbiographien in der DDR unter die Lupe genommen, ihre Haltung zum diktatorischen Staat, verbunden mit der Frage, was sie bewog zu bleiben oder aber zum Gehen zwang.

 

Die erste Folge hatte am 16. Juni 2017 im studioNAXOS Premiere und war, wie die darauffolgenden Aufführungen ausverkauft. Die zweite und dritte Folge wird sich, nicht wie die erste mit den 50ern, sondern 60er Jahren befassen und im Herbst im studioNAXOS zu sehen sein.

In „rot oder tot“ erzählt Carolin Millner mit ihrer Gruppe Eleganz aus Reflex die Geschichte einer Gesellschaft, die aufbrach, eine andere zu werden. Nicht die Geschichte eines Wiederaufbaus, sondern eines Neuanfangs, getragen von Arbeiter*innen und Künstler*innen, von denen viele jüdische Remigranten waren.

 

Die DDR, die sie für „rot oder tot“ konstruiert, illustriert die Entwicklung einer sozialistischen und antifaschistischen Idee und einer systemischen Alternative zum Kapitalismus. „Rot oder tot“ zeigt einen Ausschnitt, ein Spielfeld des Realsozialismus, jeder Spielzug eine Entscheidung mit Folgen. Der Versuch einer Antwort auf die Frage: Wenn man noch einmal von vorne anfangen könnte, wie würde man entscheiden? 

Carolin Millner: Unser Ziel ist es, die Vielschichtigkeit von DDR Geschichte greifbarer zu machen, und über das im Schulunterricht und in den Medien vermittelte Wissen hinaus zu gehen. Uns interessiert die DDR als Antithese. Uns interessieren die, die sich an den Rändern aufgehalten haben, die sich in Grauzonen aufgehalten und trotzdem Position bezogen haben. Die Umsiedler, die aus dem Westen in die DDR gingen. Die sozialistischen Dissidentinnen, die an die DDR geglaubt und gegen ihre Regierung aufbegehrten. Die Künstlerinnen und Künstler, die im Westen die DDR verteidigten, obwohl sie selbst gegangen oder geflohen waren. Die Stasispitzel, die heute offen darüber sprechen, dass sie glaubten, richtig zu handeln.

 

Fotos: Robert Schittko

Installation BLACKBOX zum Anne-Frank-Tag

Am ersten Anne Frank-Tag der Stadt Frankfurt hat die Partnerschaft für Demokratie am 12. Juni 2017 die Innenstadt für künstlerische Aktionen, Auseinandersetzung und Intervention im öffentlichen Raum gegen diskriminierende Haltungen geöffnet. Der 12. Juni ist der Geburtstag von Anne Frank. 
In diesem Rahmen hat die Holger Koppe-Stiftung die Installation BLACKBOX von der Künstlerin Olcay Acet an der Hauptwache Frankfurt gefördert.


Mit dem Kunstprojekt möchte die Künstlerin die Morde an den Menschen, die vom Nationalsozialistischen Untergrund begangen wurden, wachhalten und durch Reflexion ein Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen, damit so was in Deutschland nicht mehr passieren kann.

 

 

Die BLACKBOX ist eine Installation, die zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema „Fremdheit im Miteinander“ einlädt. Die Wände der BLACKBOX sind schwarz, sie hat keine Fenster. In ihrer Undurchdringlichkeit steht sie für eine Trennwand zwischen Wissen und Nichtwissen, Transparenz und Verschleierung, Macht und Ohnmacht, Grenze und Öffnung zugleich. 
 

Ebenso symbolisiert sie als „Gebäude“ die für die meisten undurchschaubare politische Struktur, die die eigentlichen Prozesse und Abläufe, die mit NSU verbunden sind, für die hier lebenden Menschen nicht nachvollziehbar und auch nicht prüfbar macht.
 

Unter Einhaltung der Kommunikationsregeln sind Passant*innen eingeladen die Wände der BLACKBOX zu bemalen und zu beschreiben - eigene Gedanken, Fragen und Erfahrungen zum Thema mitzuteilen, um so zu einer Öffnung dieser Grenzen beizutragen. Auch auf BLACKBOX-ONLINE.XYZ können Gedanken veröffentlicht werden, die parallel auf einem Monitor in der BLACKBOX gezeigt werden. 

Mahnmal für das ehemalige jüdische Kinderhaus Hans-Thoma-Straße in Frankfurt

Von der Holger Koppe-Stiftung gefördert wurde die Errichtung des Mahnmals für das ehemalige jüdische Kinderhaus gegenüber der Hans-Thoma-Straße 24 in Frankfurt-Sachsenhausen, das im Frühjahr 2017 fertig gestellt und vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann in Anwesenheit einer Gruppe von Angehörigen ehemaliger Bewohner und der Überlebenden Lilo Günzler eingeweiht wurde. Der Standort des Mahnmals wurde in "Platz der vergessenen Kinder" umbenannt. Das Mahnmal erinnert an das Kinderhaus und an die Deportation der letzten 43 jüdischen Kinder aus dem Heim nach Theresienstadt am 15. September 1942. Nur 6 Kinder überlebten, alle anderen wurden ermordet. 

Das Mahnmal der Frankfurter Künstlerin Filippa Pettersson hat im Mittelpunkt einen Dreidel, ein Kreisel aus Bronze mit vier Seiten. Auf der Unterseite stehen die Namen der ermordeten Kinder. Das Spiel mit dem Dreidel ist bis heute ein traditionsreiches Kinderspiel zum achttägigen Lichterfest Chanukka.

 

Fotos von oben:

-Platz der vergessenen Kinder

-Oberbürgermeister Peter Feldmann mit der Überlebenden Lilo Günzler

-Gedenktafel

-Video mit Interview Dani Hirschberg

 

Gedenktafel für das jüdische Waisenhaus. Gegründet hat das Kinderhaus 1911 der von den Frauenrechtlerinnen Berta Pappenheim und Henriette Fürth ins Leben gerufene Verein der Weiblichen Fürsorge.Es war zunächt ein Haus für jüdische Mädchen  bis zum sechsten Lebensjahr, das Platz für etwas mehr als 40 Kinder bot. Im Laufe der 30er Jahre änderte sich das durch die Verfolgung der Juden nach der nationalsozialistischen Machtergreifung. Viele in Not geratene Familien gaben ihre Kinder in das Heim. Nach der Verschleppung der letzten Bewohner 1942 wurde es von der NSDAP konfisziert. Nach dem Ende des 3. Reichs wurde es für verschiedene Zwecke benutzt und 2002 abgerissen.

2016

Mitteldeutscher Jugendmusikpreis der Holger Koppe-Stiftung

Am 18.06.2016 wurde erstmals in Leipzig im Mendelssohn-Haus der Mitteldeutsche Jugendmusikpreis der Holger Koppe-Stiftung in Zusammenarbeit mit den 3 Landesmusikräten Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt vergeben.  Ziel der Vergabe ist die Förderung von drei Kammermusikensembles (Duo bis Oktett) aus den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die erfolgreich am Bundeswettbewerb Jugend musiziert oder Jugend jazzt teilgenommen haben. Die Auswahl der Preisträger erfolgt dabei unter den Aspekten der Musikalität und des „Miteinander Musizieren“ der Akteure.  Spaß am eigenen Tun, Natürlichkeit, musizieren aus innerem Drang sind dabei wesentliche Aspekte der Beurteilung einer Förderwürdigkeit.

 

 

Preisträger 2016 waren:

Klaviertrio Susanna Lena Schwarzrock (Violine), Martha Kalvelage (Violoncello) und Antonius Gümbel (Klavier), Sachsen-Anhalt. Kontakt: babettebruns@web.de

 

 

 

Klaviertrio Diana Kostadinova (Violine), Bobby Kostadinov (Violoncello) und Vreni Scheiter (Klavier) aus Leipzig, Sachsen. Kontakt: kostadinova@online.de

 

 

 

 

Gitarrenquartett Elias Huff, Sebastian Fritz, Veronica Müller-Schimmel und Amelie Becher, Thüringen. Kontakt: annakermer@web.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Theaterstück „remembeRing“

Am 19.02.2016 wurde das von der Holger Koppe-Stiftung geförderte Jugendtheaterprojekt „remembeRing“ erstmals im Theaterhaus Frankfurt aufgeführt. In dem Stück von Lora Hilb und Miriam Locker geht es um die wahre Geschichte von Jenny Hilb, der Großmutter von Lora Hilb, die 1943 von den Nazis ermordet wird. Sie hinterlässt einen Ring und Liora begibt sich auf die Suche nach dessen Geschichte. Ihre Eltern waren vor dem Holocaust aus Deutschland geflohen und kehren 25 Jahre nach dem Kriegsende wieder nach Deutschland zurück, wo Liora aufwächst. An dem Stück haben Schülerinnen und Schüler der integrierten Gesamtschule Heinrich-Kraft-Schule und der Grund- und Hauptschule Hostatoschule Frankfurt-Höchst mitgewirkt. Das Stück wurde anschließend in zahlreichen Schulen aufgeführt und  2017 vom Frankfurter Oberbürgermeister mit dem Frankfurter Kinder- und Jugendtheaterpreis ausgezeichnet.

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